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Geschichte

 

 
 
 

Das Dorf Kaliště war im Jahre 1318 im Besitz des Vyšehrad-Kapitels. Zu Zeiten der Hussitenkriege wurde es zum Besitztum des Kaisers und Königs Zikmund Lucemburský (Sigismund von Luxemburg). Im Jahre 1436 gab Zikmund Kaliště Mikuláš Trčka von Lipa als Pfand, der es zu seiner Herrschaft Lipa hinzufügte. Nach dem Verkauf der Burg Lipnice im Jahre 1561 fiel Kaliště an die Herrschaft Světlá. Der Herrschaftsbesitzer von Světlá, Jan Bartoloměj Baron Vernier veräußerte das Dorf 1698 an den Grafen Jan Jáchymov von Harrach. Er machte aus dem Dorf ein selbständiges Landgut und erbaute hier ein Schloss. Im Jahre 1707 erwarb Kaliště Graf Jan Leopold Donat von Trautson und Falk e n stein. Im Kaufvertrag wird das Schloss als schönes, bewohnbares Gebäude erwähnt, mit Wandgemälden in seinen Interieuren. Es stand im Südteil des einstigen Herrenhofs. Das Schloss wurde von einem Wirtschaftsbeamten bewohnt. Im Jahre 1801 verfiel es endgültig. In der Nähe des Schlosses stand auch eine kleinere Barockkapelle, die von der Landwirtschaftsgenossenschaft bei der Beseitigung der alten Gebäude des Großguts gleich mitabgerissen wurde.

Nach dem Jahre 1850, als es zum Verkauf des Guts kam, wechselten sich hier einige Besitzer ab und im Jahre 1937 kam es in Besitz von Kristýna Filípková. Diese war Eigentümerin bis zur Verstaatlichung nach 1948. Nach der Verstaatlichung wurde das Großgut unter die Bauern aufgeteilt und 1950 kam der Rest des Besitztums an den Nationalausschuss, der ihn unter der Bevölkerung verteilte.

Bei der Gründung des Kreises Humpolec im Jahre 1850 fiel auch das Dorf Kaliště in dessen Grenzen. Im gleichen Jahr wurde hier ein Gemeindeamt eingerichtet. Zum Ortskataster gehörten immer auch die Einsiedeleien U Málků, Německo und Staré Hutě.

Im Jahre 1787, nach Gründung der Pfarrei, wurde ein eigenes Schulgebäude neben der Kirche errichtet. Hier wurde nur in einer Klasse unterrichtet. Auch die Kinder der umliegenden Dörfer wurden zu Kaliště zugeschult. 1825 baute man wegen der großen Anzahl von Kindern ein neues Schulgebäude mit zwei Klassenräumen im Obergeschoss. Das Erdgeschoss beherbergte die Wohnräume des Schulverwalters und der Lehrer.

Nach dem Jahre 1869 wurde die Schule in eine öffentliche Volksschule mit Schulpflicht umgewandelt. Nahezu jedes Jahr waren in der Schule über 300 Kinder eingeschrieben, im Schuljahr 1893-1894 sogar 464 Kinder. Im Jahre 1893 wurde der Umbau der Schule realisiert und die Schule wurde um zwei weitere Klassenstufen erweitert. Das Aussehen dieses Schulgebäudes blieb bis heute erhalten. Am 8. Juli 1908 wurde die Schule zu einer Vierklassenschule, später einer Einklassenschule reduziert. Die Schulgemeinde umfasst die Orte Kaliště, Stará Huť, Lohenice, Holušice, Horní Rápotice, die Einsiedeleien Německo, u Málků, Kalasova pazderna und Kumbál. Im Jahre 1968- 1969 erfuhr das Schulgebäude eine gründliche Renovierung (neue Fenster , Türen, PVC-Bodenbeläge, Spültoiletten, Installation einer Wasserleitung, Einrichtung einer Turnhalle , einer Lehrerwohnung, von Umkleideräumen für die Schüler). In die ehemalige Lehrerwohnung zog 1973 ein Kindergarten ein, Mittagessen wurden aus Humpolec hergebracht. Ab Januar 1976 wurde der Bau einer eigenen Schulküche und eines Speisesaal in Angriff genommen. Im Herbst des Jahres 1976 begann der Bau eines Kesselraums zur zentralen Beheizung der Schule, die am 1. Oktober in Betrieb genommen wurde. Wegen der stark zurückgegangenen Schülerzahlen musste die Schule am 30. Juni 1986 jedoch ihre Pforten schließen. Im Gebäude verblieb nur der Kindergarten, der bis heute funktioniert.

Im Jahre 2000 wurde der erste Stock in drei Wohnungen umgebaut. Im Erdgeschoss befinden sich Turnhalle, Bibliothek und Kindergarten.

Im Jahre 1880 wurde die Weinbrennerei aufgelöst und gleichzeitig eine Spiritusfabrik gegründet, die zum Großgut gehörte. Zur Herstellung wurden Kartoffeln und grünes Gerstenmalz verwendet. Der Betrieb der Spiritusfabrik wurde jedoch eingestellt das Gebäude abgerissen.

Die genossenschaftliche Sparkasse Kampelička wurde im Jahre 1900 gegründet. Sie war eine Kreditgenossenschaft der Landwirte, ein Darlehens- und Sparverein mit geringem Kapital und beschränkter Haftung seiner Mitglieder. Nach dem Jahre 1953 verschmolz die Sparkasse Kampelička mit der Tschechischen Sparkasse.

Das Postamt wurde im Jahre 1909 gegründet. Die Postsendungen kamen aus Humpolec. Tagtäglich wurden die Sendungen in folgende umliegenden Orte und Siedlungen gebracht: Bělice, Hladov, Holušice, Houští, Horky, Honka, Lísky, Lhotku, Lohenici, Nabudy, Na Horách, Německo (heute Háj) , Podivice, Staré Hutě, Bučí, Podolí, Proseč, Speřice und Svéborka.

Im Jahre 1919 die Laientheatergruppe TYL gegründet. Die Laienkünstler bauten sich eine eigene Bühne. Während des Winters wurde viermal Theater gespielt. Die Vorstellungen fanden im hiesigen Gasthof statt. Die Laiendarsteller spielten auch in der Umgebung und nahmen am Aussetzen von Bäumen zum Geburtstag der Republik im Jahre 1919 teil. Schulkinder pflanzten vor der Schule zwei Freiheitslinden.

Die Gemeindebibliothek wurde im Jahre 1920 gegründet. Sie hatte zuerst nur ein paar Bände , durch Einkäufe wurde das Angebot erweitert.

 
Verantwortlich: Pavel Kutiš
Enstanden / aktualisiert: 26.1.2010 / 26.1.2010

Kontext

Plazierung: Dokumentendateien > Dokumenty
 

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