Orientierungsmenü

Titelseite Gemeindenwappen Village Kaliště  - Offizielle Internetseiten


 

Pfad: Titelseite

 

Geburtshaus von Gustav Mahler

 

 
 
Vor der Gründung der Spiritusfabrik gab es im Ort eine herrschaftliche Weinbrennerei, die überwiegend von Juden gepachtet wurde. Im Jahre 1827 pachtete Šimon Mahler die Weinbrennerei, die er später käuflich erwarb. In Lipnice nad Sázavou, wo er vordem gewohnt hatte, wurde ihm sein Sohn Bernard Mahler geboren. Im Jahre 1857 ehelichte er die aus Ledeè stammende Marie Hermann. Die Eheleute kauften einen Gasthof.

Am 7. Juli 1860 kam der zweitgeborene Gustav Mahler zur Welt, in einem flachen, wenig heimischen Häuschen am Dorfrand. Sein Vater unterhielt hier ein Geschäft und einen Gasthof. Das Häuschen brannte vor der Okkupation bis auf die Grundmauern ab und so wurde an seiner Stelle ein neues Haus an der Straße erbaut.

Im Jahre 1865 zogen die Eltern nach Jihlava um und verkauften das Haus. Gustav besuchte hier das Gymnasium und legte das Abitur ab. Schon als Kind lernte Geige, Klavier und Harmonika spielen und liebte sehr das Musizieren auf volkstümlichen Musikinstrumenten. Das Geschlecht der Mahler war rein tschechisch. Sein Großvater Simon lebte ungefähr 40 Jahre in Kalištì. Bis zum Tod beider Eltern im Jahre 1889 besuchte er gern die Städte Jihlava, Havlíèkùv Brod, Ledeè, Vlašim und die Umgebung von Èáslav. Sein ganzes Leben lang war er Liebhaber und Propagator der böhmischen Musik. Nach seinen Studien an der Wiener Universität und am Konservatorium wirkte Gustav Mahler als Dirigent, später auch als Opernleiter an den Theaterbühnen von Olomouc, Prag, Leipzig, Budapest, Wien und New York. Er schuf einige große symphonische Werke. Die VII. Symphonie wurde 1908 in Prag erstaufgeführt. Die Neunte Symphonie „Das Lied von der Erde“ wurde erst nach seinem Tode aufgefunden. An der Wiener Oper führte er Smetanas Opern ein. Er wirkte auch an der Oper in New York in Amerika, von wo er aber im Frühjahr des Jahres 1911 tödlich krank zurückkehrte. Er starb am 18. Mai 1911 in Wien. Das Geburtshaus von Gustav Mahler in Kalištì erweckt das Interesse vieler Besucher aus aller Welt.

Bei einem zufälligen Besuch der Vertreter der Stiftung Musica noster amor kam man auf die Idee, dieses Haus zu renovieren und den Musikfreunden zugänglich zu machen. Die Gemeinde kaufte den Gasthof deshalb seinen Privatinhabern ab und die Stiftung Musica noster amor unter der Leitung ihres Präsidenten, des erstrangigen Violinisten Václav Hudeèek, verpflichtete sich, eine Gesamtrekonstruktion zu realisieren. Die weltbekannte Sopranistin Gabriela Beòaèková nahm sich des Ehrenpatronats über das ganze Projekt an. Vor der ehemaligen Schule wurde ein Rosenpark zum Angedenken an hervorragende Persönlichkeiten angelegt, die sich um die Interpretation und das Vermächtnis Gustav Mahlers verdient gemacht haben. Derzeit blühen hier schon Rosen zum Angedenken an Rafael Kubelík, Zubina Mehty, zwei Rosen aus Großbritannien von der Antonín Dvoøák-Gesellschaft, von Graham Melville Mason u.s.w.

Am Sonntag, dem 19. Juli 1960 kam es zum Anlass des 100-jährigen Geburtstagsjubiläums von Gustav Mahler, des weltbekannten Dirigenten und Komponisten, zu Feierlichkeiten, die vom Tschechischen Komponistenverband zusammen mit dem Haus der Bildung in Humpolec in unserem Ort veranstaltet wurden. Viele bekannte Persönlichkeiten des politischen und kulturellen Lebens nahmen die Einladung an. So zum Beispiel der Komponist Václav Dobiáš, aus dem Ausland kam De la Grange von der Mahler-Gesellschaft aus Frankreich, Vertreter der Mahler-Gesellschaft aus Italien, der Wiener Professor Rubín samt Ehegattin. Unter Anwesenheit der Vertreter des örtlichen Nationalausschusses wurde an Mahlers Geburtshaus eine vom akademischen Bildhauer und Medailleur Milan Knobloch geschaffene Gedenktafel enthüllt.

Zur Ehrung des 120. Geburtstagsjubiläums von Gustava Mahler kamen Gäste aus Österreich, Frankreich und Japan. Zum 125. Jubiläum des Kališter Landeskindes wurde ein 15-tägiger Ausflug auf den Spuren von Gustava Mahler organisiert.

Am 7. Juli 1990 wurde das 130. Geburtstagsjubiläum Gustav Mahlers gefeiert, zu der eine Ausstellungstafel über das Leben und das Werk von Gustav Mahler installiert wurde. Am Tag der Feier wurde an der Gedenktafel eine feierliche Messe zelebriert und ein Gedenkakt abgehalten. Für den Nachmittag war ein Kulturprogramm vorbereitet worden, bei dem die Tanzgruppe Marietta und das Blasorchester Lesanka auftraten. Am Vor- und Nachmittagprogramm nahmen etwa 800 Besucher teil.

Am 1. Juni 1996 wurde die erste Gustava Mahler-Feier in der Kirche St. Johannes der Täufer abgehalten. Nach den offiziellen Ansprachen spielte der weltbekannte Geigenvirtuose Václav Hudeèek und in der Kirche erklangen einige Kompositionen von Gustava Mahler in der Darbietung der Prager Kammerphilharmonie unter dem Dirigenten Jiøí Bìlohlávek und der Mezzosopran-Solistin Dagmar Pecková. Nach dem Konzert setzten sich die Feierlichkeiten bei der Schule fort, wo zwei Rosen zum Angedenken an die zwei Mahlerdirigenten, an Zdenìk Košler und Václav Neumann gepflanzt wurden. Neben anderen bedeutenden Persönlichkeiten war auch der Kultusminister, Herr Pavel Tigrid zugegen.

Am 24. Mai 1997 fanden die zweiten Gustav Mahler-Feierlichkeiten statt. Um 14 Uhr fand unter der Leitung der Moderatorin Marta Skarlandtová ein kurzer feierlicher Akt auf einem improvisierten Podium statt und danach im Kirchlein ein Benefizkonzert des Prager Symphonieorchesters FOK. Das ganze Programm wurde vom Tschechischen Fernsehen mitgeschnitten. Auch Exminister Jiøí Diensbier, Èestmír Císaø, Prof. Brožek, der Maler Vladimír Komárek und die Schauspielerin Eva Hudeèková nahmen teil. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Familienstammbaum veröffentlicht, der mehr als 500 Mitglieder der Mahlerfamilie präsentiert. Der Stammbaum enthält auch eine Reihe von Musik-, Kunst- oder sonst außergewöhnlich begabten und weltbekannten Personen. Mahlers Tochter, Anna Justina (1904-1988) war eine namhafte Bildhauerin. Künstlerisch talentiert ist auch die Enkelin Marina (1943), die Kalištì einige Male besucht hat. Bekannt ist auch Zdenìk Mahler (1928), der tschechische Schriftsteller und Szenarist, dessen Hauptwerke im Musikgenre entstanden.

Am 19. September 1998 fanden Feierlichkeiten zum Anlass der Rekonstruktion des Gustava Mahler-Gedenkhauses statt. Die Stiftung Musica noster amor ist zusammen mit der Firma OPEL Hauptsponsor dieser Aktion. An der Feier nahmen viele bekannte Persönlichkeiten teil, so die Enkelin von Gustav Mahler - Marina, Thomas Hapson mit Ehegattin und Gabriela Beòaèková.

Am 11. Dezember 1999 fand ein Weihnachtskonzert im Gustav Mahler-Musiksaal in Kalištì statt. Die Tschechische Swingharmonie unter der Leitung von Václav Hamáèek spielte Jazz-, Swing- und klassische Weihnachtsevergreens. Auch der japanische Musiktheoretiker Funajama Takaši, Professor an der Universität von Tokio, Publizist und Produzent stattete Kalištì einen Besuch ab. Ein erstes Buch über Gustav Mahler ist in Vorbereitung.

Das Museum von Humpolec widmete Gustava Mahler eine im Jahre 1986 vom Nationalkünstler Václav Neumann feierlich eröffnete ständige Ausstellung. Dies war die erste ständige Exposition ihrer Art auf der Welt. Ihr Blickfang ist die Gustav Mahler-Büste vom akademischen Bildhauer Milan Knobloch.

Am 10. Juni 1994 wurde im Vysoèina-Museum von Jihlava eine neue, dem Landeskind von Kalištì gewidmete Ausstellung eröffnet.

Im Jahre 1999 erteilten die Repräsentanten der Stadt Humpolec Gustav Mahler in Memoriam die Dr. Aleš Hrdlièka-Medaille.

Nicht nur bei uns gibt es ständige Expositionen über das Leben und Wirken von Gustav Mahler, sie sind auch im Ausland zu finden. Zum Beispiel Baron Prof. Henry-Louis de la Grange nennt die Bobliothéque Musicale Gustav Mahler in Paris sein Eigen und ist überdies Autor der umfassendsten Arbeiten über Gustav Mahler. Sein englischer Kollege ist Donald Mitchell.

Auf dem jüdischen Friedhof über Humpolec liegt eine Reihe von Verwandten von Gustava Mahler begraben. Gleich das erste Grabmahl am Friedhofstor mit Kryptogramm gehört dem Mahler-Geschlecht. Mahlers Heimat wurde einige Male von Familie Henry Mahler aus Kalifornien besucht. Frau Sheila Mahler arbeitet schon jahrelang an einem Stammbaum der Familie. Bei einer Friedhofsbesichtigung machte sie auf einen weiteren Mahler-Grabstein aufmerksam. Dabei geht es um das Grab von Marie Mahlerová (1801-1883), der Großmutter von Gustav Mahler.
 
Verantwortlich: Pavel Kutiš
Enstanden / aktualisiert: 26.1.2010 / 26.1.2010

Kontext

Plazierung: Dokumentendateien > Dokumenty
 

Anzeigen Suchformular »


 
 
 

Modus Keine Grafik wird gerade eingeschaltet. Folglich sehen Sie die Webseite ohne dekorative Grafik sowie jede fortgeschrittene Formatierung. Falls Ihr Browser CSS2 unterstützt, Sie können einen Grafikmodus einschalten.


web & design , redaktionssystem

Hier anmelden